Istanbul ist Kulturhauptstadt Europas 2010
In Istanbul gehen Tradition und Moderne, westliche und orientalische Kultur eine zukunftweisende Verbindung ein. Die Weltstadt fungiert als Schnittstelle zwischen den Kontinenten und Kulturen.
Mit über zwölf Millionen Einwohnern, laut offiziellen Stellen, ist Istanbul die größte Stadt der Türkei. Als einzige Stadt der Welt erstreckt sie sich über zwei Kontinente und verbindet damit Geschichte, Kultur und Tradition des Abendlandes mit denen des Morgenlandes. Als „Kulturhauptstadt Europas“ hat Istanbul im Jahr 2010 nun die Chance, der ganzen Welt Reichtum und Dynamik ihres kulturellen Lebens und ihrer kulturellen Entwicklung zu zeigen und mit den Mitteln von Kultur und Kunst eine Brücke zwischen Orient und Okzident zu schlagen.
Die wechselvolle Geschichte der Stadt, die einst Hauptstadt des Oströmischen, Byzantinischen und Osmanischen Reiches war, hat ein umfangreiches Kulturgut hinterlassen, das mit unzähligen Moscheen, Kirchen, Synagogen und Museen, prächtigen Palästen und bunten Basaren das Gesicht der Stadt bis heute prägt. Vor dieser Kulisse pulsiert das quirlige Leben eines modernen Wirtschafts- und Finanzzentrums, einer Weltstadt mit junger Kunst- und Kulturszene und intellektuellem Flair.
Stadt der vier Elemente
Basierend auf dem Konzept „Istanbul: Stadt der vier Elemente”, kreierte die Stadt für 2010 ein umfassendes Kulturprogramm rund um Erde, Wasser, Luft und Feuer.
Das Element Erde versinnbildlicht im Kulturjahr die Geschichte und Tradition der Stadt. Bei allen Veranstaltungen, die vom 1. Januar bis 20. März 2010 stattfanden, stand die traditionelle Kunst, die durch Sitten und Bräuche geprägt ist, im Vordergrund. Tief in der Gesellschaft verwurzelte Werte, die in die moderne Gesellschaft hineinwachsen, ermöglichten einen Blick auf das historische Erbe und gleichzeitig in eine junge und frische Zukunft. In die Luft ragten in Istanbul unzählige Minarette, Kirchtürme und Synagogenkuppeln. Vom 21. März bis 21. Juni 2010 beleuchten die Veranstaltungen den kulturellen Einfluss, den der Dialog der Religionen auf das gesellschaftliche Leben in Istanbul hat. Der Zeitraum zwischen 22. Juni und 22. September 2010 steht im Zeichen des Elements Wasser. Gerade im Sommer spielt sich in Istanbul das Leben hauptsächlich rund um den Bosporus ab, der die Stadt teilt und der immer Europa mit Asien verbunden hat. Das Programm in dieser Zeit konzentriert sich auf die Kultur, die durch diese alten Verbindungen entstand und sich immer wieder neu definiert. Feuer schafft Veränderung. Symbolisch steht diese treibende und stärkste Kraft unter den Elementen auch für die Verwirklichung von Träumen und Visionen – hier für die energische Gestaltung der kulturellen und urbanen Zukunft von Istanbul. Die Projekte ab dem 23. September bis zum Jahresende 2010 beschäftigen sich dementsprechend mit neuen Wegen in der zeitgenössischen Kunst.
Ständige Projekte 2010
Das ganze Jahr laufen außerdem ständige, längerfristige Projekte. So ermöglicht beispielsweise „Leben und Arbeiten in Istanbul“ sieben renommierten Künstlern aus sieben europäischen Nationen ein Jahr lang, in Istanbul zu leben und mit jungen türkischen Künstlern im Kunstproduktionszentrum „Kadırga“ zusammen zu arbeiten. Die gemeinsam gestalteten Werke werden zwischen September und Dezember 2010 ausgestellt.
Im Rahmen des Kulturhauptstadt-Jahres wird auch die Schaffung des „Museums der Unschuld“ unterstützt. Basierend auf dem literarischen Inhalt und der ursprünglichen Idee des Romans von Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk, wird dieses Museum eine poetische und – anhand von Filmen, Fotos und anderen Erinnerungsstücken – dokumentarische Darstellung der Kultur und des täglichen Lebens in Istanbul von 1950 bis heute sein.
Neben zeitgenössischen Kunst- und Kulturprojekten sind auch Restaurierungen vieler historischer Gebäude, architektonischer Sehenswürdigkeiten und Werke im Kulturhauptstadt-Etat eingeplant.
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