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Unvergessliches Schauspiel

Istanbul - Stadt der zwei Kontinente

Es ist ein einmaliges und unvergessliches Schauspiel: am frühen Abend, auf einer Dachterrasse über dem Bosporus, einen guten Kaffee auf dem Tisch, langsam die Sonne im Goldenen Horn versinken zu sehen. Wenn das Wasser, wie der Name behauptet, einen goldenen Schimmer bekommt, die Silhouetten der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und des alten Sultanpalastes in der Dämmerung verschwimmen und sich aus dem Marmarameer ein Ozeandampfer in den Bosporus schiebt. Jede große, jede berühmte Stadt zeichnet sich durch eine unverwechselbare Erinnerung aus: In İstanbul ist es der Sonnenuntergang vor einer einmaligen geografischen und historischen Kulisse.

Die alte, zwar etwas heruntergekommene, aber immer noch wunderschöne Dame İstanbul müssen Sie mit einem liebenden Auge betrachten, um ihr Chaos ertragen zu können. Zugegeben, man verliert leicht den Überblick - zum einen wegen der schieren Größe, zum anderen, weil İstanbul planlos der Laune seiner inzwischen auf 12 Mio. angewachsenen Bewohner überlassen wurde. Die Verwirrung wird auf den ersten Blick durch die geografische Lage noch verstärkt. Wenn Sie auf einen der sieben Hügel, auf denen die Stadt erbaut wurde, hochgeklettert sind und zwischen den Häusern das Wasser aufblitzen sehen, fragen Sie sich zunächst ratlos: Schaue ich nun auf das Marmarameer, das Goldene Horn oder den Bosporus? Dabei wird İstanbul gerade durch das Meer geordnet. Es trennt die Stadt in einen europäischen und einen asiatischen Teil und macht sie damit einzigartig. Am Goldenen Horn auf der europäischen Seite haben rund 700 Jahre v. Chr. Späher der griechischen Seemacht Megara an diesem für die Kontrolle der Schifffahrt strategisch so günstigen Ort die Siedlung Byzanz gegründet, deren Nachfahre sich heute entlang des Bosporus schlängelt und seine Fühler bis an die Ufer des Schwarzen Meeres ausstreckt.

Deniz, das Meer, prägt İstanbul in jeder Hinsicht: Seine manchmal mehrmals täglich wechselnden Winde kennen am besten die Fischer. Mit den Strömungen ziehen abwechselnd die Seebarsch- oder die Sardinenschwärme durch die Meerenge. İstanbuler lieben den poyraz aus dem Nordosten und hassen den lodos aus dem Süden - bei poyraz wird es zwar etwas kühl, aber die Luft wird so rein, dass jedes Detail am gegenüberliegenden Ufer sichtbar wird. Bei lodos hingegen strömen schlagartig Wärme, Regen, Nebel und Smog herbei.

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