Land der Berber und Karthager
Nur zwei bis drei Flugstunden von einem europäischen Flughafen entfernt betreten Sie afrikanischen Boden. Das Straßenbild ist bunt und laut, die Landessprache ist Arabisch, Französisch wird aber weiter als Umgangssprache beibehalten. Jedoch hat die moderne Kleidung den Schleier nicht ganz verdrängt. Auf dem Weg zum Hotel werden Sie gleich mit dem ungewohnten Fahrstil der Verkehrsteilnehmer konfrontiert: Bei Rot wird nicht unbedingt angehalten, aber keine Angst, es regelt sich alles, manchmal mit Hilfe eines Polizisten, meist aber mit dem landesüblichen Fatalismus. Fast 75 Jahre französisches Protektorat sind hier nicht ohne Spuren geblieben. Schulen, Kirchen und Straßen wurden gebaut, Kultur und Bildung von Frankreich gesteuert.
Tunesien hat ungefähr 10Mio.Einwohner, ist 163 610 km² groß und landschaftlich sehr vielfältig. Die Küste ist über 1200 km lang, mit steilen und schroffen Felsen im Norden und herrlichen Sandstränden zwischen Hammamet und Djerba. Die großen Städte liegen meist am Meer: Hier ist die Industrie angesiedelt aber viele der Küstenbewohner leben vom Fischfang - oder vom Tourismus: Die Hotels an den Stränden bieten allen Komfort. Wer das andere Tunesien kennen lernen möchte, sollte Zeit mitbringen.
Für archäologisch Interessierte gibt es in Tunesien besonders viel zu entdecken. Die abwechslungsreiche Geschichte des Landes hat aus allen Kulturepochen Zeitzeugen bewahren können: aus vorgeschichtlicher Zeit die Hünengräber von Ellès und die vielen bearbeiteten Werkzeuge aus Feuerstein. Aus der punischen Zeit die Häfen von Karthago, das Tophet in Salammbô mit den Stelen der Kinderopfer und die Ruinenstadt Kerkouane.
Die Römer bauten den Limes und hinterließen im ganzen Land ihre Spuren: das Kolosseum in El Djem, das Theater in Dougga, den Kapitolstempel in Thuburbo Majus, die unterirdischen Villen in Bulla Regia, die Thermen in Karthago und den 123 km langen Aquädukt, der Karthago mit dem Wasser vom Djebel Zaghouan versorgte. Aus der islamischen Epoche stammen auch Festungen wie die Ribat von Monastir und Sousse oder Kairouan mit seinen Moscheen und alten Bauten. Die Einwanderung muslimischer und jüdischer Flüchtlinge aus Andalusien brachte neue Elemente ins Land: eine Auflockerung des Baustils, der Kultur und der Musik.
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