Vietnam: Authentisch und bunt
Über dem Fluss hängen noch so früh am Morgen noch einige Dunstschwaden und die Sonne scheint schwer durch die Wolken zu blinzeln. Doch Miss Saigon ist schon putzmunter. In der Prachtstraße Dong Khoi, vor der Kathedrale Notre Dame, an den Ampeln beim Rex Hotel röhren, quäken, hupen und hüsteln Zweitakter ihr rostiges Morgenlied. Überall sieht man Mofas, wirklich überall - das ist der erste Eindruck von diesem Land. Mal sind es nur drei oder vier Exemplare, mal ganze Schwärme der Zweiräder. Bepackt sind sie aber immer: mit Kartons voller Colaflaschen und »Tiger«-Bier aus Singapur, mit prallen Einkaufstaschen, mit Tierkäfigen, mit zwei, drei Kindern, mit Rentner, die Betelnüsse kauen, mit Frauen, deren seidige Gewänder im Wind flattern und die zum Schutz vor Sonne und Schmutz schneeweiße Handschuhe tragen. Und natürlich mit Bäuerinnen, deren Strohhüte an Papierschirmchen in Eisbechern erinnern, aber typisch sind für dieses wundervolle Land: Vietnam.
Hier wird nichts für Besucher inszeniert oder geschönt, hier gibt es keinen Massentourismus. Reisende können hier nach Lust und Laune Entdeckungen machen: den kleinen, verwunschenen Cao-Dai-Tempel um die Ecke, aus dem Räucherwerk duftet, den quirligen Obstmarkt, den idyllischen Mini-Naturstrand ohne Liegestühle oder Sonnenschirme und immer das chaotische Gewusel auf den arg lädierten Straßen.
Foto: M.Ittner
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