Naturschönheit Great Barrier Reef
Es ist ein strahlend schöner Morgen und somit ideal für einen Besuch des Großen Barriereriffs. Die Wellen plätschern an den Bug des Segelschiffs Sailaway, einen mächtigen Katamaran mit Platz für 30 Passagiere. Das Schiff hat vor Low Isles geankert. Die Insel ist kaum größer als ein Fussballfeld und ist nur eine Stunde von der Stadt Port Douglas nördlich von Cairns gelegen. Ein weißer Leuchtturm dominiert den Horizont.
Die Meeresbiologin Joanna Moore macht sich bereit für ihre Mission: Sie zeigt einer Gruppe von Touristen wie man richtig schnorchelt, hier an einem der wenigen Orte, wo das Riff noch ursprünglich ist, fast intakt. Dies, weil es an dieser Stelle seit Jahren total geschützt ist. „Das ist eine so genannte ‚Grüne Zone’“, sagt die Biologin. „Das bedeutet: man darf nichts berühren oder mitnehmen. Dieser Teil des Riffs ist gerade deshalb atemberaubend schön. Es ist hier in hervorragendem Zustand und sehr artenreich.“
So ursprüngliche Orte wie dieser sind leider die Ausnahme am Großen Barriereriff. Das mit über 345 000 Quadratkilometern größte der Welt ist wie die meisten anderen Korallenriffe geschädigt. Viele Forscher machen den Klimawandel für die Ausbleichung von Korallen verantwortlich. Höhere Temperaturen bringen das natürliche Gleichgewicht im Wasser durcheinander - die Korallen können nicht mehr wachsen, sie sterben ab. Aber es gibt noch andere Faktoren, die den Riffen zusetzen, sagt Joanna Moore. „Verschmutzung. Wir hören derzeit viel über Schädlingsvernichtungsmittel und Pflanzenschutzmittel. Aber auch das Setzen von Ankern durch Schiffe ist ein Problem“.
Die Bedeutung von Orten wie Low Isles, wo die Welt der Korallen und der Fische noch immer heil ist, nimmt so immer mehr zu. Aus der ganzen Welt kommen Forscher, um die Tier- und Pflanzenwelt zu studieren. Aber auch die Zahl der Touristen wächst. Was sie beim Schnorcheln sehen, rührt Passagiere auf der Sailaway gelegentlich zu Tränen, sagt Joanna Moore: „Der Höhepunkt für die Schnorchler ist, wenn sie eine grüne Meeresschildkröte sehen. Wir sehen sie so ziemlich jeden Tag hier. Manchmal sehen wir Haie - wir haben hier drei oder vier verschiedene Arten von Haien. Das ist immer spannend für die Schnorchler. Außerdem sehen sie eine ganze Palette von weichen und harten Korallen. Wir haben über 150 verschiedene Korallenarten alleine in diesem Gebiet“.
Hunderttausende von Besucherinnen und Besuchern kommen jährlich zum Barriereriff. Viele gehen tauchen, die meisten aber schnorcheln. Solch große Zahlen von Touristen sind nicht unproblematisch und deshalb gelten in Australien für Taucher und Schnorchler strikte Regeln, die garantieren sollen, dass das Riff nicht zu Tode geliebt wird. „Es wird ihnen gesagt, dass sie unter keinen Umständen auf den Korallen stehen dürfen. Sie lernen zuerst im seichten Wasser schnorcheln, bevor ihnen erlaubt wird, über den Korallen zu schwimmen“, erklärt Moore. Für sie hat Tourismus eine zentrale Bedeutung für den langfristigen Schutz des Großen Barriereriffs. „Je größer das Bewusstsein ist, das wir schaffen und den Menschen klar machen können, dass das Riff eine wertvolle Ressource ist, die man schützen muss, desto besser ist es."
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