Zwischen Strand und Großstadt
Die Strände Brasiliens sind auf den touristischen Landkarten der Europäer noch nicht besonders markant eingetragen. Eigentlich erstaunlich, denn wo findet man heutzutage noch eine Küste, die den Vorstellungen vom tropischen Paradies wirklich nahe kommt? Im Bundesstaat Bahia jedenfalls braucht man in der Hängematte nicht mehr bloß von Traumstränden zu träumen.
Brasiliens Küstenlinie erscheint endlos. Allein der im Osten des Landes gelegene Staat Bahia verfügt über tausend Kilometer Strand. Der größte Teil davon ist wirklich unbebaut und unberührt. Es gibt zwar die Millionenmetropole Salvador, ein paar kleinere Städte und hin und wieder ein Fischerdorf oder manchmal sogar ein Touristenzentrum, aber weite Teile des Landes und des Strandes sind schlichtweg leer. Nur Wind und Wellen, Sand, Dünen und Palmen. Ein tropischer Urlaubstraum.
Wer das „eigentliche“ Brasilien sucht und ein Gefühl für das Land bekommen möchte kann ins Hinterland fahren, wo sich Kakao-, Bananen- und Zuckerrohrplantagen befinden. Hier versteckt sicht ein landschaftliches Kleinod: die Tafelberge der Chapada Diamantina. Im neunzehnten Jahrhundert machten Diamantenfunde die Gegend reich, jetzt sieht man noch die Spuren in Form von alten Herrenhäusern in der einen oder anderen Kleinstadt. Ansonsten ist die Gegend jedoch ein touristisches Niemandsland, ein Nationalpark zwar, der jedoch allenfalls auf holprigen Straßen zu erreichen ist.
Großstadtflair findet man natürlich in Rio de Janeiro, das es sich zwischen den Gebirgszügen des Tijuca-Massivs gemütlich gemacht. Die "cidade maravilhosa", wie die Einheimischen ihre Stadt liebevoll nennen, räkelt sich elegant über Hügel, schmiegt sich an Urwald, Buchten und Palmenstränden. Zwischen Luxus und hartem Existenzkampf lernt der Tourist schnell alle Facetten des gesellschaftlichen Lebens kennen. Auch ihre eher unschönen Seiten. Aber trotz oft großer Armut lassen sich die Cariocas (Name der Rio-Einwohner) Lebensfreude, Körperkult und Gemeinsinn nicht nehmen. Der Zuckerhut ist zweifellos das bekannteste Merkmal der tropischen Metropole, deren Wahrzeichen jedoch der Corcovado mit der 30 m hohen Christusstatue ist.
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