Berlin

Die Hauptstadt umsonst entdecken

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Mitte: Galerie Deutsche Guggenheim
Die 1997 eröffnete Galerie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Salomon R. Guggenheim Foundation und der Deutschen Bank. Sie logiert entsprechend vornehm in dem Bankhaus Unter den Linden, Ecke Charlottenstraße. Viermal im Jahr werden dem schönen, klaren Ausstellungsraum – acht Meter breit, vierzig Meter lang, sechs Meter hoch –Ausstellungen der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit raumbezogenen Auftragsarbeiten auf den Leib geschnitten. Bei ihren großen Schwestern, der Tate Gallery und der National Gallery in London, hat sich die Deutsche Guggenheim die Lunch Lectures abgeschaut: bis zu zwölf Personen kommen hier in den Genuss einer etwas anderen Mittagspause. Jeden Mittwoch um 13 Uhr kann sich der Gast nach einer gut halbstündigen Führung ein zum jeweiligen Ausstellungsthema passendes Mittagessen im Café Kaffeebank schmecken lassen. Das kleine Café wie auch der Galerie-Shop, liegen an der Glaswand zum großen verglasten Lichthof der Deutschen Bank. Ein weiterer Service der Galerie: montags ist der Besuch der Ausstellungen kostenlos.

Neukölln: Galerie im Körnerpark
Auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube ließ der Unternehmer Franz Körner in den Jahren 1912-16 einen ummauerten architektonischen Garten anlegen. Er  zählt gartenkünstlerisch zum Schönsten, was das an Grünanlagen reiche Berlin bieten kann. Im Straßengeviert von Jonas-, Schierker-, Wittmannsdorfer- und Selkestraße führen balustradengeschmückte Treppen auf den bis zu sieben Meter unterhalb des Straßenniveaus gelegenen Parkgrund. Auf der Westseite bestimmt eine von seitlichen Treppenanlagen gerahmte Orangerie das Bild, die mit einer großen Terrasse etwas erhöht über dem Garten errichtet wurde. Es folgt in der Mitte ein Rasen-Parterre, das auf beiden Seiten von kleinen Kanälen und ehemals geschnittenen Platanenalleen eingefasst wird. Die östliche Seite des Parks beherrschen eine Kaskade und ein Fontainenbecken, welche leider schon seit 1994 nicht mehr betrieben werden. Zahlreiche alte Bäume beschatten die Anlage und unter der nördlichen Arkadenmauer verbirgt sich ein stiller, ornamentreicher Blumengarten. Das Neuköllner Kunstamt betreibt in der Orangerie eine kleine Galerie mit Café und nutzt die Terrasse seit Mitte der 80er Jahre als Bühne seiner „Sommer im Park“ genannten, alljährlichen Konzertwochen. Diese anspruchsvollen Veranstaltungen sind über Neukölln hinaus wichtige Events des Berliner Kulturkalenders geworden und eintrittsfrei.

Hohenschönhausen: Mies van der Rohe Haus (Landhaus Lemke)
Das 1932 gebaute Objekt entstand im Umkreis der Entwürfe zu einer Serie von Hofhäusern, an denen Mies van der Rohe zwischen 1931 und 1938 arbeitete. Tatsächlich kann man die flachgedeckten, eingeschossigen Backsteinkörper nur entdecken, wenn man auf dieses Fundstück vorbereitet ist. Die Außenwände sind ganz in Glasflächen aufgelöst, so dass der Blick nicht durch Mauern begrenzt wird. Schaut man von einem Zimmer durch den dazwischen liegenden Hof hindurch ins andere Zimmer, so erschient alles, innen wie außen, wie ein einziger Raum. Man bekommt eine Ahnung davon, wie lange Mies an dieser Durchsichtigkeit, an dem Ineinanderfließen von Innen- und Außenraum, dem ungetrennten Erlebnis von Wohnung, Garten und See gefeilt haben mag. Seit 1990 ist das Mies van der Rohe Haus ein Kulturinstitut des Bezirks und das einzige von Mies gebaute Privathaus, das öffentlich zugänglich ist. Seine Ausstellungen präsentieren Künstler, die mit ihren Werken Interpretationen zur Geschichte des Hauses und zur Architektur des Neuen Bauens beisteuern können. Der Besuch des Hauses und seiner Ausstellungen ist kostenlos.

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