Kanarische Inseln

Historisches Fuerteventura

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Früheste Gründung und erste Hauptstadt Fuerteventuras war Betancuria im Zentrum der Insel, etwa 20 km Luftlinie südwestlich der heutigen, relativ jungen Hauptstadt Puerto del Rosario. Weitere attraktive Orte in dieser Region sind zum Beispiel das schmucke Antigua mit seinem lebendigen Kunsthandwerkszentrum, das in einem fruchtbaren Palmental gelegene Vega de Río Palmas und wenige Kilometer weiter südlich Pájara, das Verwaltungszentrum der Halbinsel Jandía, mit vorbildlich restaurierten Häusern.

Noch bis in die 70er-Jahre hinein war Fuerteventura eine Auswanderer-Insel, bedingt durch Dürreperioden und Hungersnöte. Die kleinen landwirtschaftlich nutzbaren Flächen reichten gerade mal für wenige Bauernfamilien, die jungen Leute emigrierten nach Süd- und Mittelamerika.
Der Fischfang und seine Verarbeitung ging durch Überfischung vor der nahen afrikanischen Küste immer mehr zurück, 1988 musste die einzige Fischfabrik Fuerteventuras schließen. Heute sieht die Situation ganz anders aus: Sandstrand, Sonne und Badebuchten sind das besondere Kapital der Urlaubsinsel Fuerteventura geworden. Dieser Umschwung begann langsam in den 60er-Jahren, als im Süden, auf der Halbinsel Jandía, die ersten Ferienanlagen entstanden.

Allmählich kehrten auch zahlreiche Auswanderer aus Venezuela, Kuba und Mexiko zurück, um sich in diesem Wirtschaftssektor eine neue Existenz aufzubauen. Inzwischen existieren mehr als 70 000 Betten in Hotels und Apartmentanlagen, werden pro Jahr 900 000 Gäste gezählt, von denen etwa 60 Prozent aus Deutschland kommen.

Vor einem weiteren Ausbau der Kapazitäten warnen allerdings nicht nur Naturschützer, die sich Sorgen machen um den Fortbestand der Landschaft, sondern auch Soziologen sehen die Lebensweise und Kultur der Einheimischen stark gefährdet. Positive Auswirkungen hat der Tourismus auf die Landwirtschaft. So haben sich beispielsweise viele der Inselbauern auf Ziegenhaltung konzentriert, liefern 60 000 Tiere Milch für den auch bei Urlaubern so beliebten Ziegenkäse. Und in Dörfern wie El Cotillo, Ajuy, Pozo Negro oder Morro Jable wurde die Küstenfischerei durch den Bedarf der vielen Touristen wieder belebt.
Darüber hinaus hat das Interesse der Gäste an inseltypischen Produkten dem Kunsthandwerk neuen Aufschwung gegeben. Die Stickerei erlebte eine Renaissance, ebenso wurde die Töpferei zu neuem Leben erweckt, und in Kursen wird das Flechten von Taschen und Hüten aus Palmenblättern sowie von Weidenkörben gelehrt.

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