Sylt

Sylt – ganz anders als das Klischee

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Deutschlands beliebteste Urlaubsinsel ist oft ganz anders, als die Fernsehberichte und Journale weismachen wollen.

Ein echter Syltfan ist eine ganz besondere Variante des »homo turisticus«. Wassertemperaturen, die auch im Sommer nur selten die 20-Grad-Marke erreichen, schrecken ihn ebenso wenig wie Stürme im Frühjahr oder die gar nicht so geringe Wahrscheinlichkeit von Schauerstaffeln auch zur Hochsaison. Begeistert kehrt er jedes Jahr wieder. Die Sylter dürfen sich glücklich ob solcher Gäste schätzen – klaglos erdulden diese auch Wetterlagen, die jedem Tourismusmanager am Mittelmeer den Schlaf rauben würden.

Nicht, dass es auf Sylt keine windstillen Sommertage gäbe, verschneite Winteridylle oder Dolce Vita am Strand – nur rechnen darf man damit nicht! Ob jemand, der Sylt das erste Mal besucht, zum Syltfan wird oder nicht, entscheidet sich sehr schnell. Die Insel fordert förmlich ein Urteil heraus, gleich in den ersten Stunden. Ein Strandspaziergang bei Gegenwind Stärke 8: göttlich oder einfach nur grausam? Ein Bad in der Sylter Brandung: belebend und berauschend oder eher beängstigend? Ein Spaziergang durch die einsame Landschaft des Listlandes: lohnend oder nur langweilig?

Vermutlich erging es auch den ersten Badegästen nicht anders, die Mitte des 19. Jhs. nach einer mühevollen Schiffsanreise die Insel erreichten. Die mussten damals allerdings auch noch den Service fürchten: »Comfort gering, unglaubliche Betten, die Matratzen mit Austernschalen gestopft – man muss sich immer freuen, wenn die Nacht und das Essen vorbei sind«, schrieb der Maler Ludwig Knaus 1867 in sein Tagebuch. Diese Zustände sind heute gottlob vorbei. Das Angebot an Hotels, Pensionen, Apartments und Restaurants entspricht der Volksweisheit »Wer die Wahl hat, hat die Qual«.